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30.06.2008
IMMOEAST und IMMOFINANZ planen Kauf der gesamten Immobiliensparte der Constantia Privatbank
  • Vorstand und Aufsichtsrat von IMMOEAST und IMMOFINANZ einigen sich mit den Eigentümern der Constantia Privatbank über die Übernahme aller Immobilienaktivitäten
  • Kaufpreis von 219 Mio. Euro für IMMOEAST-Managementvertrag deutlich niedriger als vom Markt erwartet
  • Ertragsstarke Geschäftsfelder der Bank werden an IMMOEAST und IMMOFINANZ verkauft
  • Außerordentliche Hauptversammlung am 25. Juli entscheidet über Annahme des Verhandlungsergebnisses

Die IMMOEAST und ihre Muttergesellschaft IMMOFINANZ haben Verhandlungen mit den Eigentümern der Constantia Privatbank über den Kauf der Immobiliensparte der Constantia Privatbank durch IMMOEAST und IMMOFINANZ erfolgreich abgeschlossen. Alle mit der Immobilienveranlagung befassten Geschäftsbereiche der Bank sowie eine Reihe von Tochtergesellschaften werden von IMMOEAST und IMMOFINANZ übernommen werden.

Die Transaktion wird in folgender Form abgewickelt:

  • Die Constantia Privatbank wird alle ihre Immobilienaktivitäten sowie ihre im Immobilienbereich tätigen Tochtergesellschaften in eine neue Gesellschaft, die I&I Real Estate Asset Management AG (I&I), abspalten. Dadurch entstehen zwei voneinander unabhängige Schwesterunternehmen, die getrennt verkauft werden.
  • Die I&I wird von IMMOEAST und IMMOFINANZ erworben und als Tochtergesellschaft der beiden Unternehmen geführt werden. Die Anteile werden zwischen IMMOEAST und IMMOFINANZ im Verhältnis der Größe der Immobilienportfolios erworben werden. Auf die IMMOEAST entfallen daher 60 Prozent der Anteile, auf die IMMOFINANZ 40 Prozent.
  • Die Vorstände von IMMOEAST und IMMOFINANZ einerseits und Constantia Privatbank andererseits werden personell komplett getrennt. Dr. Karl Petrikovics wird als Generaldirektor der Constantia Privatbank ausscheiden, Mag. Norbert Gertner wird aus den Vorständen von IMMOEAST und IMMOFINANZ ausscheiden. In gleicher Weise werden auch die Strukturen der nachgeordneten Managementebenen getrennt.
  • Dr. Karl Petrikovics bleibt Generaldirektor von IMMOEAST und IMMOFINANZ.

Die Kaufpreise wurden auf Basis eines Bewertungsgutachtens von Ernst & Young, einem der weltweit führenden Wirtschaftsprüfungsunternehmen, vereinbart. Für die Bewertung des Managementvertrags wurde nur die fixe Managementgebühr angesetzt, die erfolgsabhängige Performance Fee, die in den nächsten Jahren anfallen hätte können, wurde nicht berücksichtigt.

Vergleich mit Prognosen / Forderungen in Analysen

Die IMMOEAST bezahlt für die Übernahme des Managementvertrags mit der Constantia Privatbank 219 Mio. Euro. Dieser Betrag liegt deutlich niedriger als zuletzt in den Medien kolportiert und in Analysen in- und ausländischer Investmentbanken prognostiziert.

Die Prognosen für die Kaufpreise der Managementverträge waren:

Institut Publikations-
zeitraum
Bezugsbasis Betrag
ING Mai 2008 IMMOEAST
1.115 Mio. €
Kempen Juni 2008 IMMOEAST   
325 Mio. €
Lehman April 2008 IMMOEAST
339 Mio. €
       
Aurel Leven Februar 2008 IMMOFINANZ
858 Mio. €
Kempen Juni 2008 IMMOFINANZ
   355 Mio. €
Lehman April 2008 IMMOFINANZ
393 Mio. €
       
UniCredit April 2008 IFAG + IMMOEAST
650 Mio. €
       

Tatsächlicher Kaufpreis:

IMMOFINANZ    
146 Mio. €
IMMOEAST    
219 Mio. €
IMMOFINANZ-Gruppe (IMMOFINANZ + IMMOEAST)      
365 Mio. €

Der Kaufpreis für die Immobilientöchter und die anderen Immobilienaktivitäten der Constantia Privatbank beträgt 75 Mio. Euro. Davon entfallen 45 Mio. Euro auf die IMMOEAST und  30 Mio. Euro auf die IMMOFINANZ.

Die Immobiliensparte der Constantia Privatbank umfasst folgende Geschäftsbereiche bzw. Tochtergesellschaften:

  • Immobilien-Asset-Management: Asset Management für alle von der Constantia Privatbank gemanagten Immobilienportfolios (IMMOFINANZ, IMMOEAST, Constantia Real Estate, Vorsorgewohnungen, Hausherrenmodelle, geschlossene Fonds, etc.). Der Verkehrswert der gemanagten Immobilien beträgt 19,5 Mrd. Euro.
    Der Geschäftsbereich Immobilien-Asset-Management umfasst auch die Managementverträge für IMMOFINANZ und IMMOEAST. Das Immobilien-Asset-Management für die beiden Unternehmen wird daher künftig durch die gemeinsame Tochter von IMMOFINANZ und IMMOEAST wahrgenommen, die daraus erwachsenden Erträge fließen anteilig an IMMOFINANZ und IMMOEAST zurück.
  • CPB Immobilien KAG: Managt Österreichs ertragsstärksten offenen Immobilienfonds, den Constantia Real Estate.
  • IMV Immobilien Management und Verwaltung GmbH: Österreichs größte Hausverwaltung mit 3,5 Mio. m² Betreuungsvolumen. Auf den internationalen Märkten ist die IMV mit Tochtergesellschaften in Deutschland (Berlin, München, Köln), Ungarn, Tschechien, Slowakei Polen und Rumänien vertreten und verzeichnet dort hohe Wachstumsraten.
  • Constantia Immobilien Development GmbH: Die Gesellschaft ist als Entwickler und Bauträger für alle Vorsorgewohnungen und Hausherrenmodelle der Constantia Privatbank tätig und verfügt über wachsende Geschäftsaktivitäten in Zentraleuropa. Bisher wurden rund 4.000 Vorsorgewohnungen entwickelt und allein 2007 wurden Projekte mit einem Bauvolumen von 300 Mio. Euro betreut.
  • CREDO Real Estate AG: Immobilienentwickler mit Tochtergesellschaften und Projekten in sieben Staaten (Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen, Lettland). 2007 umfasste das CREDO-Entwicklungsportfolio Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 400 Mio. Euro. Weiters ist das Unternehmen als Asset Manager für institutionelle Fonds tätig.
  • CPB Immobilientreuhand GmbH: Österreichs führendes Maklerunternehmen verfügt über den größten Marktanteil in den Bereichen Büro und Mietwohnungen und ist mit stark wachsenden Tochtergesellschaften in Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen und Rumänien vertreten. Im Jahr 2007 vermittelte die Gruppe 280.000 m² Nutzfläche. Die I&I wird 49 Prozent an der CPB Immobilientreuhand halten, die Mehrheit verbleibt bei den Eigentümern der Constantia Privatbank.

Durch den Kauf der I&I werden IMMOEAST und IMMOFINANZ zu einem Immobilienkonzern mit zwei starken Standbeinen: Einerseits dem Kerngeschäft Immobilieninvestment, das über die Regionalholdings IMMOEAST, IMMOAUSTRIA und IMMOWEST abgewickelt wird, andererseits Immobiliendienstleistungen im Rahmen der neuen Tochter I&I. IMMOEAST und IMMOFINANZ werden so zu integrierten Immobilienunternehmen mit Investment, Entwicklung, Maklergeschäft und Gebäudemanagement. Außerdem sind damit die strukturellen Voraussetzungen für den Aufbau neuer, ertragsstarker Geschäftsfelder gegeben, insbesondere für das Management geschlossener Fonds für institutionelle Immobilieninvestoren. Vor allem in Zentral- und Osteuropa bestehen exzellente Chancen, hier eine starke Marktstellung zu erreichen. Das ebenfalls von der Constantia Privatbank übernommene „Immobilien Family Office“ (umfassendes Asset Management für große private Immobilienvermögen) wird seine Dienstleistungen künftig international, insbesondere in Deutschland sowie Zentral- und Osteuropa, anbieten.

Die neue Konstellation eröffnet der IMMOEAST attraktive strategische Möglichkeiten, aber auch große unmittelbar wirksam werdende Einsparungs- und Gewinnpotenziale. So wird das EBITDA der IMMOFINANZ-Gruppe im ersten vollen Geschäftsjahr nach Übernahme der Immobiliensparte der Constantia Privatbank um 80 Mio. bis 100 Mio. Euro höher ausfallen. Der Gewinn je IMMOEAST-Aktie steigt durch diese Transaktion um 0,06 bis 0,07 Euro, der Cash Flow je IMMOEAST-Aktie um 0,10 bis 0,12 Euro.

Die Aufsichtsräte von IMMOEAST und IMMOFINANZ haben beschlossen, das Verhandlungsergebnis außerordentlichen Hauptversammlungen vorzulegen, damit die Aktionäre über den Kauf der Constantia-Privatbank-Immobilienaktivitäten entscheiden werden. Die Befassung der Hauptver­sammlung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern erfolgt freiwillig. Die a. o. Hauptversammlung der IMMOEAST wird am 25. Juli stattfinden.


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